Wie wir zu Ginja kamen
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Nach gut einem Jahr des Abwägens, ob wir uns nun einen Hund anschaffen sollten oder nicht, war es 2003 endlich soweit.
Ich hatte meine Freundin überzeugt, dass wir noch einen weiteren Bewohner unserer Wohnung brauchten.
Die nächste Entscheidung fiel schnell. Wenn wir uns einen Hund anschaffen, dann holen wir uns ein "Stück" Portugal nach Hause. Dazu muss ich erklären, das wir Portugal als unsere zweite Heimat sehen. Zu diesem Thema aber mehr in den Urlaubsberichten.
Unser Urlaub war ohnehin schon geplant und wir wollten ein letztes Mal unser betagtes aber zuverlässiges Wohnmobil die gut 3500 Km (einfach) in das Land des Portweins und der Korkeichen mitnehmen (nebenbei: in den dreieinhalb Wochen fuhren wir über 9000 KM).
Informiert hatten wir uns schon vorher über Züchter, etc. über das Internet. Es kam aber alles anders.
Die ersten zwei Wochen gingen wir noch ab und zu in ein Internet Cafe um weitere Details zu recherchieren, es war aber noch nicht ernst. Zuerst wollten wir die HEISSE Sonne genießen und am Strand relaxen.
In der dritten Woche aber wurde es interessanter. Wir kontaktierten sämtliche Podengo-Züchter wegen eines "Podengo medio".
Podengos sind auf der iberischen Halbinsel so verbreitet wie bei uns der Schäferhund. Es gibt sie in drei Größen (pequeno, medio und grande), die auf den ersten Blick auch nicht viel gemeinsam haben.
Doch es gab keine jungen Podengo's für uns!
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Wo wir auch anriefen oder auftraten - es gab keine Welpen. Wir hatten eines nicht berücksichtigt. Es war einfach nicht die Zeit für Zuchtwelpen.
Recht geknickt fuhren wir nach Lissabon und schlugen unser Lager im städtischen Campingplatz auf. Wir wussten nur eines: Ohne unseren neuen Hund würden wir nicht nach Hause fahren. Es fielen Überlegungen wie: "nehmen wir einfach einen armen Strassenhund" oder ähnliches.
Dann beim Schmökern unseres alten Portugalführers fiel uns das erste Mal ein Bericht über ein Tierheim in Loulè auf. Ein kleiner Ort an der Algarve, den wir normalerweise gemieden hätten, da es dort unangenehm touristisch zugeht.
Das Tierheim "Canil Sao Francisco de Assis" wird von Lieselotte Clauberg-Kranendonk - einer deutschen Dame, die vor über 20 Jahren in Portugal ansässig wurde und bald etwas gegen die Zustände tun wollte und besagtes Tierheim gründete - geführt.
Ein guter Freund lebt seit einigen Jahren im Norden der Algarve. Da wir ihn ohnehin besuchen wollten und Loulè damit nicht mehr so weit von unserem eigentlichen Fahrplan entfernt war, wollten wir auf alle Fälle mal einen Blick riskieren.
Es sollte unser erster Kontakt mit Ginja werden.
Nachdem wir das Tierheim endlich gefunden hatten, kam die nächste Enttäuschung: KEINER DA! Die Öffnungszeiten waren auch hier typisch südländisch und die nächste Chance, einen Hund zu bekommen war zwei Tage später. Neugierig blickten wir durch jeden Schlitz, den wir ausmachen konnten und entdeckten in einem Raum einige kleine Welpen. Die Gittertür war mit einem Laken abgedeckt, um die Sonne von den kleinen Tierchen fernzuhalten. Mit einem Holzstecken schoben wir den Vorhang ein wenig auf die Seite und.... GENAU!... entdeckten Ginja. Sie war die Einzige, die sofort auf uns zukam und gestreichelt werden wollte.
Der zweite Besuch...
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... war auch nicht mehr erfreulich, da das Tieheim diesmal wegen betrieblicher Umstände geschlossen war.
So gingen wir also wieder zu besagtem Raum und wer kam als erstes auf uns zu? Ihr wisst es! 
Nach einger Zeit des Streichelns gingen wir geknickt wieder von dannen und nahmen uns diesmal vor, vorher anzurufen und einen Termin auszumachen.
Dieser war dann auch zwei Tage später und wir konnten Ginja endlich in die Arme nehmen. Kaum zu glauben, was ein so kleines Ding an Emotionen hervorrufen kann. Nachdem die Formalitäten erledigt waren (Papiere, impfungen, Spende) und Ginja das erste Mal Auto fuhr (was sie übrigens bravourös meisterte) ging es wieder Richtung San Marcos da Serra zu unserem Freund, der uns schon die letzten Tage aushalten musste. (Danke hier nochmal an Thilo! Glückwunsch zu Deinem Sohnemann!) .
Eigentlich waren für den Urlaub viereinhalb Wochen vorgesehen. Dieser extrem heisse Sommer 2003 und die Tatsache, daß wir Ginja schnellstmöglich nach Hause bringen wollten ließ uns eine knappe Woche früher fahren.
Die Heimfahrt war nach zweieinhalb Tagen geschafft und wir waren alle froh, im "kühlen" Deutschland zu sein. Teilweise hatten wir in der spanischen Tiefebene über 50 Grad im Schatten. Da bringt der Fahrtwind auch nur noch heisse Luft.
Was bedeutet eigentlich Ginja?
Falls jemand von Euch auch eng mit Portugal und Hunden verbunden ist oder einfach spenden will, weil der Geldbeutel ein wenig zu dick ist, hier die Kontaktadresse und Bankverbindung des Tierheims:
Verein der Freunde verlassener Tiere
Association of Friends of Stray Animals
Filiada na RSPCA e no Deutscher Tierschutzbund e.V.
Canil de Sao Francisco de Assis, Campina de Baixo, 8100 Loulé
Telefonnummer des Tierheimes. 00 351 - 89 - 41 68 62
Bankverbindung:Commerzbank AG Solingen
Konto-Nr. 387 923 600
BLZ 342 400 50
Danke!


